Zutatenliste. Im Idealfall steht da: Fischextrakt oder Sardelle, Salz, vielleicht Wasser. Zucker oder Fruktose sind bei vielen Alltagsmarken drin und für Brühe und Marinade verkraftbar. Skeptisch wirst du bei Geschmacksverstärkern, Hydrolysat (hydrolysiertes Pflanzenprotein) und Konservierungsstoffen: Sie ersetzen Tiefe, die eigentlich vom Fisch kommen sollte. Eine Zutatenliste, die länger ist als drei, vier Zeilen, liest sich eher wie eine Würzmischung.
Stickstoffgrad (°N). Die Zahl auf vielen Flaschen (z. B. 30°N oder 40°N) gibt an, wie viel Stickstoff pro Liter enthalten ist, also grob, wie viel Fischprotein in der Sauce steckt. Als Faustregel gilt 30°N als hochwertig und 40°N als Premium; viele Supermarktsaucen liegen deutlich darunter. Die Zahl ist ein Hinweis, kein Gütesiegel: Eine hohe Zahl verrät nichts über Zusätze und nichts darüber, ob dir das Profil schmeckt. Fehlt die Zahl ganz, wirbt der Hersteller meist nicht damit, und du darfst Alltagsqualität erwarten.
Farbe und Geruch. Gute Sauce ist klar, bernstein- bis rotbraun, mit Meeresgeruch, der nicht faulig ist. Sehr dunkle, süßlich riechende Saucen sind häufig mit Zucker oder Karamell abgerundet. Das ist nicht automatisch schlecht, nur eine andere Sauce.
Herkunft. Phú Quốc ist die bekannteste Region. Der Name ist seit 2012 in der EU als g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) eingetragen, die Verordnung (EU) Nr. 928/2012 stammt von Oktober 2012, das Zertifikat wurde 2013 übergeben. Unter diesem Namen darf in der EU nur Sauce verkauft werden, die auf der Insel hergestellt wird. Das ist ein echter Fortschritt gegen Imitate, aber eine Herkunftsangabe ersetzt nicht den Blick aufs Etikett. Auch andere Regionen wie Phan Thiết haben einen guten Ruf.